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Hände mit griffigen Handschuhen verteilen einen beigen Kompressionsstrumpf gleichmäßig am Unterschenkel

Richtig anziehen

Kompressions­strümpfe richtig anziehen

Nicht am Bund hochziehen: Den Strumpf bis zur Ferse wenden, Fuß und Ferse sauber platzieren und das Gestrick anschließend etappenweise am Bein verteilen.

7 Minuten LesezeitFachlich geprüft am 21.08.2026
  • Morgens starten
  • Ferse zuerst
  • Etappenweise verteilen
  • Faltenfrei prüfen
Haut trockenPflege vollständig einziehen lassen
Schmuck ablegenGestrick vor Kanten schützen
Handschuhe nutzenMehr Griff mit flachen Händen
Anleitung beachtenStrumpfart und Hersteller zählen

Vor dem ersten Griff

Vier Dinge gut vorbereiten

Mit wenig Schwellung, trockener Haut und sicherem Sitz braucht das Anziehen weniger Kraft und das Material wird geschont.

01

Möglichst früh beginnen

In der Regel morgens anziehen, bevor längeres Stehen oder Sitzen das Bein stärker anschwellen lässt. Die individuelle Trageanweisung hat Vorrang.

02

Haut vollständig trocknen

Feuchtigkeit erhöht die Reibung. Pflegeprodukte erst einziehen lassen und nur Produkte verwenden, die für die Versorgung geeignet sind.

03

Hände und Material schützen

Ringe und Armbänder ablegen, Nägel glätten und griffige Handschuhe bereitlegen. So lässt sich das Gestrick flächig fassen.

04

Stabil hinsetzen

Auf einer festen Sitzfläche arbeiten und genügend Platz für Fuß und Bein lassen. Bei Unsicherheit die Technik im Fachhandel zeigen lassen.

Schritt für Schritt

Wenden und verteilen statt ziehen

Die Ferse wird zuerst kontrolliert platziert. Danach wird das verbliebene Gestrick in kleinen Etappen gleichmäßig am Bein angelegt.

01

In den Strumpf greifen

Eine Hand in den Strumpf führen, bis die Fersenkappe von innen erreichbar ist.

02

Ferse fassen und wenden

Die Ferse festhalten und den Schaft bis dorthin nach außen wenden. Ein kurzer Fußbeutel bleibt stehen.

03

Fuß einsetzen

Zehen und Vorfuß in den Beutel schieben. Bei offener Spitze die Herstelleranleitung zur Gleitsocke beachten.

04

Ferse exakt platzieren

Die Fersenkappe über die eigene Ferse führen. Erst weiterarbeiten, wenn sie mittig und ohne Verdrehung sitzt.

05

Gestrick etappenweise anlegen

Mit beiden flachen Händen nach oben verteilen. Nicht nur am Bund ziehen und das Material nicht überdehnen.

06

Kompletten Sitz prüfen

Ferse, Nähte, Falten und Abschluss kontrollieren. Der obere Rand bleibt flach und wird nicht umgeschlagen.

Merksatz: Erst die Ferse richtig setzen, dann das Gestrick verteilen. Ein schlecht platzierter Fußteil lässt sich weiter oben nicht ausgleichen.

Weniger Kraft, mehr Kontrolle

Drei Griffe machen den Unterschied

Kompression bleibt eng, aber die Belastung lässt sich auf kleine, kontrollierte Bewegungen verteilen.

Hilfsmittel ansehen
01

Flächig greifen

Mit Handschuhen und flachen Händen arbeiten, nicht mit einzelnen Fingerspitzen in das Material greifen.

02

Nicht am Bund ziehen

Das Gestrick abschnittsweise aufnehmen und verteilen, damit weder Material noch Haut unnötig belastet werden.

03

Früh korrigieren

Eine schiefe Ferse oder Verdrehung sofort lösen. Weiteres Hochziehen verstärkt den Fehler nur.

Unterstützung auswählen

Welche Anziehhilfe passt?

Entscheidend sind Spitze, Beweglichkeit und Greifkraft. Nicht jede Hilfe funktioniert mit jeder Strumpfform gleich.

Graue griffige Handschuhe zum Anziehen von Kompressionsstrümpfen

Mehr Griff

Anziehhandschuhe

Gut, wenn Fuß und Ferse erreichbar sind, das glatte Gestrick aber durch die Finger rutscht.

BeachtenSie erleichtern das Greifen, ersetzen aber keine Hilfe beim Bücken.
Gebogene Gleitschale als Hilfe für Kompressionsstrümpfe

Weniger Reibung

Gleitsocke oder Gleitbeutel

Gleitsocken eignen sich vor allem für offene Spitzen. Für geschlossene Modelle gibt es eigene Systeme.

BeachtenNur nach Anleitung verwenden und vollständig aus dem Strumpf entfernen.
Roll-System mit Bügel zum An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen

Weniger Bücken

Roll-System oder Bügel

Sinnvoll, wenn Beweglichkeit oder Greifkraft eingeschränkt sind und ein stabiler Einstieg gebraucht wird.

BeachtenPassende Bügelweite und sichere Anwendung am konkreten Strumpf prüfen.

Abends schonend lösen

Auch das Ausziehen erfolgt in Etappen

Den Strumpf nicht am Fußteil zerren. Der Schaft wird mit beiden Händen nach unten gewendet und kontrolliert über Ferse und Fuß geführt.

Direkt danach: Versorgung nach Herstellerangabe waschen und trocknen. Das entfernt Hautpartikel und hilft, Form und Funktion zu erhalten.

Waschen und Pflege ansehen
  1. 01

    Sicher hinsetzen

    Eine stabile Position wählen und beide Hände frei haben.

  2. 02

    Abschluss lösen

    Den oberen Rand flächig greifen, ohne Fingernägel in das Gestrick zu drücken.

  3. 03

    Nach unten wenden

    Den Schaft gleichmäßig bis zur Ferse nach unten führen.

  4. 04

    Über Ferse und Fuß lösen

    Den gewendeten Strumpf kontrolliert abnehmen, nicht an der Spitze ziehen.

Nach dem Anziehen

So prüfen Sie den Sitz

Ein medizinischer Kompressionsstrumpf liegt eng und gleichmäßig an. Eng bedeutet jedoch nicht schmerzhaft oder abschnürend.

Wiederkehrende Probleme? Rutscht der Strumpf, schneidet er ein oder entstehen immer dieselben Falten, sollten Größe, Länge und Strumpfart im medizinischen Fachhandel kontrolliert werden.

  • 01
    Ferse sitzt mittig

    Die Fersenkappe liegt ohne Verdrehung an der vorgesehenen Stelle.

  • 02
    Gestrick ist gleichmäßig verteilt

    Kein Materialstau am Knöchel, an der Wade oder in der Kniekehle.

  • 03
    Keine Falten oder eingerollten Ränder

    Nähte verlaufen korrekt und der Abschluss bleibt flach.

  • 04
    Bein und Haut bleiben unauffällig

    Keine neuen Schmerzen, Taubheit, Druckstellen oder auffällige Verfärbung.

Nicht weitertragen

Warnzeichen ernst nehmen

Bei neuen Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder auffällig kalten, blassen beziehungsweise bläulich verfärbten Zehen den Strumpf vollständig ausziehen und medizinischen Rat einholen. Bis zur Klärung nicht erneut anlegen.

Patientenhinweise öffnen
  • Neu auftretende oder zunehmende Schmerzen
  • Kribbeln, Taubheit oder Gefühlsverlust
  • Blasse, blaue oder auffällig kalte Zehen
  • Starke Druckstellen, Rötung oder Hautschaden

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Die wichtigsten Punkte zu Technik, Zeitpunkt, Handschuhen, Hilfsmitteln und Falten.

Warum sind Kompressionsstrümpfe so schwer anzuziehen?

Das eng anliegende Gestrick erzeugt beim Anziehen spürbaren Widerstand, besonders an Ferse und Knöchel. Wer nur am oberen Rand zieht, spannt zu viel Material auf einmal. Leichter geht es, wenn der Strumpf bis zur Ferse gewendet und anschließend in kleinen Etappen am Bein verteilt wird.

Wann soll ich Kompressionsstrümpfe anziehen?

In der Regel morgens, bevor längeres Stehen oder Sitzen das Bein stärker anschwellen lässt. Entscheidend bleibt die individuelle Trageanweisung der behandelnden oder anpassenden Fachkraft.

Helfen Gummihandschuhe beim Anziehen?

Ja. Griffige Handschuhe erleichtern das Fassen und gleichmäßige Verteilen des Gestricks. Gleichzeitig schützen sie das Material vor Fingernägeln und Schmuck. Die Handschuhe sollten sauber, trocken und frei von scharfen Kanten sein.

Welche Anziehhilfe ist die richtige?

Bei offener Spitze kann eine passende Gleitsocke das Überstreifen über Fuß und Ferse erleichtern. Für geschlossene Spitzen gibt es dafür vorgesehene Gleitbeutel oder Roll-Systeme. Wenn Bücken oder Greifen schwerfällt, kann ein Anziehbügel sinnvoll sein. Die konkrete Hilfe muss zur Strumpfart, Beweglichkeit und Herstelleranleitung passen.

Was mache ich bei Falten im Strumpf?

Falten, verdrehte Nähte und eingerollte Abschlüsse sollten nicht bleiben. Das Gestrick ein Stück zurücknehmen und mit flachen Händen neu verteilen. Entstehen die Probleme trotz korrekter Technik immer wieder, sollte der medizinische Fachhandel Größe, Länge und Passform kontrollieren.

Transparenz

Quellen und Stand

Klassen verstehenKKL und mmHg richtig einordnen
Richtig anmessenFessel, Wade und Länge morgens prüfen
Einfacher anziehenTechnik und Hilfsmittel passend wählen
Schonend pflegenMaterial und Kompression länger erhalten