Möglichst früh beginnen
In der Regel morgens anziehen, bevor längeres Stehen oder Sitzen das Bein stärker anschwellen lässt. Die individuelle Trageanweisung hat Vorrang.

Richtig anziehen
Nicht am Bund hochziehen: Den Strumpf bis zur Ferse wenden, Fuß und Ferse sauber platzieren und das Gestrick anschließend etappenweise am Bein verteilen.
Vor dem ersten Griff
Mit wenig Schwellung, trockener Haut und sicherem Sitz braucht das Anziehen weniger Kraft und das Material wird geschont.
In der Regel morgens anziehen, bevor längeres Stehen oder Sitzen das Bein stärker anschwellen lässt. Die individuelle Trageanweisung hat Vorrang.
Feuchtigkeit erhöht die Reibung. Pflegeprodukte erst einziehen lassen und nur Produkte verwenden, die für die Versorgung geeignet sind.
Ringe und Armbänder ablegen, Nägel glätten und griffige Handschuhe bereitlegen. So lässt sich das Gestrick flächig fassen.
Auf einer festen Sitzfläche arbeiten und genügend Platz für Fuß und Bein lassen. Bei Unsicherheit die Technik im Fachhandel zeigen lassen.
Schritt für Schritt
Die Ferse wird zuerst kontrolliert platziert. Danach wird das verbliebene Gestrick in kleinen Etappen gleichmäßig am Bein angelegt.
Eine Hand in den Strumpf führen, bis die Fersenkappe von innen erreichbar ist.
Die Ferse festhalten und den Schaft bis dorthin nach außen wenden. Ein kurzer Fußbeutel bleibt stehen.
Zehen und Vorfuß in den Beutel schieben. Bei offener Spitze die Herstelleranleitung zur Gleitsocke beachten.
Die Fersenkappe über die eigene Ferse führen. Erst weiterarbeiten, wenn sie mittig und ohne Verdrehung sitzt.
Mit beiden flachen Händen nach oben verteilen. Nicht nur am Bund ziehen und das Material nicht überdehnen.
Ferse, Nähte, Falten und Abschluss kontrollieren. Der obere Rand bleibt flach und wird nicht umgeschlagen.
Merksatz: Erst die Ferse richtig setzen, dann das Gestrick verteilen. Ein schlecht platzierter Fußteil lässt sich weiter oben nicht ausgleichen.
Weniger Kraft, mehr Kontrolle
Kompression bleibt eng, aber die Belastung lässt sich auf kleine, kontrollierte Bewegungen verteilen.
Hilfsmittel ansehenMit Handschuhen und flachen Händen arbeiten, nicht mit einzelnen Fingerspitzen in das Material greifen.
Das Gestrick abschnittsweise aufnehmen und verteilen, damit weder Material noch Haut unnötig belastet werden.
Eine schiefe Ferse oder Verdrehung sofort lösen. Weiteres Hochziehen verstärkt den Fehler nur.
Unterstützung auswählen
Entscheidend sind Spitze, Beweglichkeit und Greifkraft. Nicht jede Hilfe funktioniert mit jeder Strumpfform gleich.

Gut, wenn Fuß und Ferse erreichbar sind, das glatte Gestrick aber durch die Finger rutscht.

Gleitsocken eignen sich vor allem für offene Spitzen. Für geschlossene Modelle gibt es eigene Systeme.

Sinnvoll, wenn Beweglichkeit oder Greifkraft eingeschränkt sind und ein stabiler Einstieg gebraucht wird.
Abends schonend lösen
Den Strumpf nicht am Fußteil zerren. Der Schaft wird mit beiden Händen nach unten gewendet und kontrolliert über Ferse und Fuß geführt.
Direkt danach: Versorgung nach Herstellerangabe waschen und trocknen. Das entfernt Hautpartikel und hilft, Form und Funktion zu erhalten.
Waschen und Pflege ansehenEine stabile Position wählen und beide Hände frei haben.
Den oberen Rand flächig greifen, ohne Fingernägel in das Gestrick zu drücken.
Den Schaft gleichmäßig bis zur Ferse nach unten führen.
Den gewendeten Strumpf kontrolliert abnehmen, nicht an der Spitze ziehen.
Nach dem Anziehen
Ein medizinischer Kompressionsstrumpf liegt eng und gleichmäßig an. Eng bedeutet jedoch nicht schmerzhaft oder abschnürend.
Wiederkehrende Probleme? Rutscht der Strumpf, schneidet er ein oder entstehen immer dieselben Falten, sollten Größe, Länge und Strumpfart im medizinischen Fachhandel kontrolliert werden.
Die Fersenkappe liegt ohne Verdrehung an der vorgesehenen Stelle.
Kein Materialstau am Knöchel, an der Wade oder in der Kniekehle.
Nähte verlaufen korrekt und der Abschluss bleibt flach.
Keine neuen Schmerzen, Taubheit, Druckstellen oder auffällige Verfärbung.
Nicht weitertragen
Bei neuen Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder auffällig kalten, blassen beziehungsweise bläulich verfärbten Zehen den Strumpf vollständig ausziehen und medizinischen Rat einholen. Bis zur Klärung nicht erneut anlegen.
Patientenhinweise öffnenKurz beantwortet
Die wichtigsten Punkte zu Technik, Zeitpunkt, Handschuhen, Hilfsmitteln und Falten.
Das eng anliegende Gestrick erzeugt beim Anziehen spürbaren Widerstand, besonders an Ferse und Knöchel. Wer nur am oberen Rand zieht, spannt zu viel Material auf einmal. Leichter geht es, wenn der Strumpf bis zur Ferse gewendet und anschließend in kleinen Etappen am Bein verteilt wird.
In der Regel morgens, bevor längeres Stehen oder Sitzen das Bein stärker anschwellen lässt. Entscheidend bleibt die individuelle Trageanweisung der behandelnden oder anpassenden Fachkraft.
Ja. Griffige Handschuhe erleichtern das Fassen und gleichmäßige Verteilen des Gestricks. Gleichzeitig schützen sie das Material vor Fingernägeln und Schmuck. Die Handschuhe sollten sauber, trocken und frei von scharfen Kanten sein.
Bei offener Spitze kann eine passende Gleitsocke das Überstreifen über Fuß und Ferse erleichtern. Für geschlossene Spitzen gibt es dafür vorgesehene Gleitbeutel oder Roll-Systeme. Wenn Bücken oder Greifen schwerfällt, kann ein Anziehbügel sinnvoll sein. Die konkrete Hilfe muss zur Strumpfart, Beweglichkeit und Herstelleranleitung passen.
Falten, verdrehte Nähte und eingerollte Abschlüsse sollten nicht bleiben. Das Gestrick ein Stück zurücknehmen und mit flachen Händen neu verteilen. Entstehen die Probleme trotz korrekter Technik immer wieder, sollte der medizinische Fachhandel Größe, Länge und Passform kontrollieren.
Transparenz