Passenden Zeitpunkt wählen
Früh messen, bevor längeres Stehen oder Sitzen die Umfänge verändert. Bei Ödemen kann eine vorherige Entstauung nötig sein.

Richtig anmessen
Für die Größe zählen definierte Umfangs- und Längenmaße. Bei medizinischer Kompression misst geschultes Fachpersonal möglichst früh am Tag oder nach der Entstauung und gleicht jeden Wert mit der Tabelle des Herstellers ab.
Gut vorbereitet
Die Zahlen werden nur vergleichbar, wenn Zeitpunkt, Haltung und Messtechnik stimmen.
Früh messen, bevor längeres Stehen oder Sitzen die Umfänge verändert. Bei Ödemen kann eine vorherige Entstauung nötig sein.
Direkt auf der Haut messen. Kleidung, Socken und bestehende Strümpfe dürfen das Maß nicht verfälschen.
Umfänge und Längen werden in der vom Messblatt vorgegebenen Haltung bestimmt. Das Maßband liegt waagerecht an.
Messpunkte und Größen unterscheiden sich je nach Strumpfart und Hersteller. Die konkrete Tabelle bleibt verbindlich.
Orientierung am Bein
Die Buchstaben benennen feste Positionen. Ein Hersteller kann für seine Versorgung weitere Zwischenmaße verlangen.
An der schmalsten Stelle oberhalb des Knöchels. Dieser Wert ist für die Größenwahl besonders wichtig.
An der stärksten Stelle der Wade. Das Maßband bleibt waagerecht und liegt ohne Zug auf der Haut.
Am oberen Abschluss eines Kniestrumpfs. Die genaue Position richtet sich nach der Messanleitung.
Für Schenkelstrümpfe und Strumpfhosen. Hinzu kommen passende Zwischen- und Längenmaße.
Reihenfolge einhalten
Ein einzelner Umfang genügt nicht. Erst das vollständige Messblatt zeigt, ob eine Seriengröße passt.
Maße vergleichenZeitpunkt, Schwellung und gegebenenfalls Entstauung vor dem Messen berücksichtigen.
Jeden geforderten Punkt waagerecht, hautnah und an beiden Beinen bestimmen.
Die geforderten Strecken im Stand messen und alle Werte gemeinsam abgleichen.
Strumpflänge entscheidet
Je höher die Versorgung reicht, desto mehr Umfangs- und Längenwerte werden benötigt.
Wichtig: Schuh- oder Konfektionsgröße allein bestimmen keine medizinische Strumpfgröße. Alle geforderten Werte müssen in das Größensystem des konkreten Modells passen.
Größe richtig einordnen
Entscheidend ist das Verhältnis aller Messwerte, nicht nur die größte gemessene Zahl.
Eine Seriengröße kommt infrage, wenn sämtliche geforderten Umfänge und die passende Länge innerhalb derselben Herstellertabelle liegen.
Sie kann nötig werden, wenn Werte außerhalb der Serie liegen, Proportionen stark abweichen oder eine flachgestrickte Versorgung vorgesehen ist.
Typische Messfehler
Ein korrekt gesetztes Maßband ist wichtiger als eine scheinbar besonders genaue Zahl.
Nach langem Sitzen oder Stehen können größere Umfänge entstehen. Der Strumpf kann später zu locker sitzen.
Ein eingeschnürtes Maß unterschätzt den Umfang. Das Band soll die Haut berühren, ohne sie einzudrücken.
Schon wenige Zentimeter oberhalb oder unterhalb verändern das Ergebnis. Die stärkste oder schmalste Stelle gezielt suchen.
Beine können unterschiedliche Maße haben. Deshalb wird jede zu versorgende Seite einzeln dokumentiert.
Medizinische Versorgung
Bei medizinischen Kompressionsstrümpfen bestimmt geschultes Fachpersonal die Größe, prüft Serie oder Maßanfertigung und kontrolliert die fertige Versorgung am Bein.
Fachinformation öffnenNach der Anprobe
Der Strumpf liegt gleichmäßig an, die Ferse sitzt an ihrer Position und das Material bildet keine ausgeprägten Falten. Der Abschluss bleibt an der vorgesehenen Stelle.
Versorgung prüfen lassen: bei anhaltendem Einschneiden, Rutschen, Schmerzen, Taubheit sowie kalten oder auffällig verfärbten Zehen.
Kein Hohlraum und kein überdehntes Fußteil.
Keine dicken Falten oder eingerollten Ränder.
Er rutscht nicht und wird nicht höher gezogen als vorgesehen.
Kurz beantwortet
Die wichtigsten Punkte zu Zeitpunkt, Messstellen, Passform und Maßanfertigung.
Möglichst früh am Tag, wenn das Bein noch wenig geschwollen oder so gut wie möglich entstaut ist. Der passende Zeitpunkt hängt von der Erkrankung und Behandlung ab. Das medizinische Fachpersonal legt ihn für die konkrete Versorgung fest.
Für eine therapeutische Versorgung sollte geschultes Fachpersonal die Maße ermitteln, mit der Größentabelle des gewählten Herstellers abgleichen und die Passform kontrollieren. Eigene Messungen können bei der Vorbereitung helfen, ersetzen diese Anpassung aber nicht.
Die Kürzel bezeichnen definierte Umfangspunkte am Bein: cB an der schmalen Fessel, cC an der stärksten Wade, cD unterhalb des Knies und cG am oberen Oberschenkel. Welche weiteren Punkte und Längen nötig sind, zeigt das Maßblatt des Herstellers.
Falten, Rutschen, ein stark einschnürender Abschluss oder eine falsch sitzende Ferse sprechen für eine ungeeignete Passform. Bei Schmerzen, Taubheit, kalten oder verfärbten Zehen den Strumpf ausziehen und die Versorgung zeitnah fachlich prüfen lassen.
Eine Maßanfertigung kann nötig sein, wenn nicht alle erforderlichen Werte in dieselbe Seriengröße passen, die Beinform deutlich von den Serienmaßen abweicht oder eine flachgestrickte Versorgung vorgesehen ist. Das entscheidet das behandelnde und anpassende Fachpersonal.
Transparenz