18–21
mmHg an der FesselDie niedrigste RAL-Klasse. Auch sie ist nicht mit einem ungenormten Stützstrumpf gleichzusetzen.

Kompressionsklassen
Die Kompressionsklasse beschreibt den Ruhedruck an der Fessel. Sie ist eine medizinische Dosierung, keine Qualitätsstufe. Hier sehen Sie die vier deutschen RAL-Druckbereiche und was für die Auswahl zusätzlich zählt.
Direkter Vergleich
Die Werte gelten für den Ruhedruck im Fesselbereich nach RAL-GZ 387/1. Internationale Normen können andere Bereiche verwenden.
18–21
mmHg an der FesselDie niedrigste RAL-Klasse. Auch sie ist nicht mit einem ungenormten Stützstrumpf gleichzusetzen.
23–32
mmHg an der FesselEine häufig eingesetzte Druckstufe. Die Klasse allein legt jedoch weder Indikation noch Material fest.
34–46
mmHg an der FesselKräftiger Ruhedruck. Material, Anziehtechnik und die individuelle Passform werden besonders wichtig.
ab 49
mmHg an der FesselDie höchste RAL-Klasse für spezialisierte Versorgungen. Auswahl und Anpassung gehören in fachliche Hände.
Wichtig: Die Klasse beschreibt einen Druckbereich, nicht den Schweregrad einer Erkrankung. Maßgeblich sind Diagnose, Therapieziel, Gewebe, Material und Passform. Druckwerte nach der Gütezeichengemeinschaft Medizinische Kompressionsstrümpfe.
Druckverlauf
Die Klasse wird am schmalen Fesselbereich bestimmt. Bei klassischen medizinischen Kompressionsstrümpfen ist dort der definierte Ruhedruck am höchsten und nimmt Richtung Körpermitte ab.
Mehr als eine Zahl
Ein identischer Klassenwert kann sich im Alltag unterschiedlich anfühlen. Drei Faktoren müssen zusammenpassen.
Sie beschreibt den genormten Ruhedruck im Fesselbereich. Sie ist keine Aussage über Komfort oder Produktqualität.
Dehnbarkeit und Biegesteifigkeit beeinflussen den Arbeitsdruck. Deshalb können Modelle derselben Klasse verschieden wirken.
Nur ein passend vermessener Strumpf verteilt den vorgesehenen Druck. Jedes zu versorgende Bein wird einzeln gemessen.
Auswahl in drei Schritten
Eine gut tragbare, passende Versorgung ist wichtiger als die höchstmögliche Zahl.
Richtig anmessenÄrztlich klären, warum Kompression eingesetzt wird und welches Therapieziel besteht.
Ruhedruck, Stiffness, Strickart und Strumpflänge fachlich zusammenstellen.
Beine im möglichst ödemfreien Zustand vermessen und Handhabung mitdenken.
Begriffe trennen
Ähnliche Produktnamen können unterschiedliche Prüf- und Druckangaben verbergen. Entscheidend ist, was konkret gekennzeichnet ist.
Gewöhnliche Stützstrümpfe tragen keine medizinische Kompressionsklasse. Ihr Druck muss nicht einem der vier RAL-Bereiche entsprechen.
RAL-geprüfte MKS sind einer Kompressionsklasse zugeordnet und müssen definierte elastische sowie konstruktive Anforderungen erfüllen.
Ausführung verstehen
Beide Strickarten können innerhalb einer Kompressionsklasse vorkommen. Die Beinform und das Gewebe entscheiden über die passende Konstruktion.
Rundstrick ist nahtlos und bei gleichmäßigeren Beinformen verbreitet. Durch die Fertigung auf einem Strickzylinder sind starke Umfangswechsel technisch begrenzt.
Flachstrick lässt sich stärker formen. Die Leitlinie empfiehlt ihn in der Regel bei großen Umfangsänderungen, konischen Extremitäten oder vertieften Gewebefalten.
Medizinischer Hinweis
Medizinische Kompression setzt eine fachliche Abklärung voraus. Beginnen oder erhöhen Sie eine Kompressionsklasse nicht allein aufgrund von Schwellung oder Schweregefühl.
AWMF-Leitlinie öffnenKurz beantwortet
Die wichtigsten Begriffe und Grenzen rund um Kompressionsklassen.
mmHg steht für Millimeter Quecksilbersäule. Bei medizinischen Kompressionsstrümpfen beschreibt der Wert den Ruhedruck an der Fessel. 20 mmHg entsprechen rund 2,7 kPa. Die Einheit allein sagt noch nichts über Passform, Material oder Arbeitsdruck aus.
Das lässt sich nicht allein anhand eines Beschwerdegefühls entscheiden. Für die Auswahl zählen Diagnose, Therapieziel, mögliche Gegenanzeigen, Beinform, Material und Passform. Eine medizinische Kompressionsversorgung sollte deshalb ärztlich verordnet und fachlich angepasst werden.
Ob ein Modell frei angeboten wird, sagt nichts über seine medizinische Eignung aus. Für eine gezielte Kompressionstherapie sollten Klasse und Ausführung ärztlich festgelegt und im Fachhandel angepasst werden. Die Verordnung ist außerdem für die Versorgung über die Krankenkasse relevant.
Nein. Die Klasse ist keine Qualitätsstufe, sondern beschreibt einen Druckbereich. Mehr Druck bedeutet nicht automatisch mehr Nutzen. Entscheidend ist die für Diagnose, Gewebe, Passform und Alltag geeignete Versorgung.
Die Klasse beschreibt den Ruhedruck, die Strickart den Aufbau des Materials. Rundgestrickte Strümpfe sind nahtlos und in ihrer Formgebung begrenzter. Flachgestrickte Strümpfe haben eine Naht, werden nach Maß gefertigt und eignen sich besonders bei großen Umfangsänderungen oder vertieften Gewebefalten.
Transparenz